Jugendliche ohne Grenzen-Konferenz im Rahmen der IMK 2016

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Plakat JoG-Konferenz 2016

Unsere Freund*innen von Jugendliche Ohne Grenzen arbeiten jedes Jahr kritisch rund um die Innenminister Konferenz. Dieses Jahr findet diese in Saarbrücken statt und wird mehrer Tage lang durch JoG mit verschiedenen Aktionen begleitet.
Diese stehen dieses Jahr unter dem Motto: „Stoppt die Grausame Asyllotterie“, was die Willkür der Behandlung und die Verfahrensausgänge von Refugees deutlich machen soll. Um euch einen Einblick in die Aktionen der letzten Jahre zu verschaffen, empfehlen wir die unten gennanten Links. Neben den öffentlichen Aktionen gibt es aber auch Veranstaltungen sowie Workshops für junge Refugees, um sich zu vernetzen und im Sinne eines self-empowerments gegenseitig zu stärken. Solltet ihr Jugendliche kennen, die daran Interesse haben, könnt ihr uns unter polit@multicultural-center.de anschreiben. Wir stellen dann den Kontakt mit JoG her!

Mehr Informationen zu Jugendliche Ohne Grenzen und der Konferenz findet ihr auf ihren Internetauftritt:

Zu JoG: http://jogspace.net/about/
Zur Konferenz:
http://konferenz.jogspace.net/

 

 

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Mohrenwaffel*, Buschmann* und sprachliche Gentrifizierung

von Matthias Köberlein – Multikulturelles Zentrum Trier – grenzwertig. Zeitschrift für Migration und Menschenrechte – 29.05.2016

Es ist ja wirklich ein leidiges Thema. Deshalb haben viele Leute, die sich als links verstehen, auch aufgehört großartige Diskussionen darüber zu führen und sich aufzuregen. Beim Anblick der „Mohren-Waffeln“* im Süßigkeitenautomaten am Trierer Hauptbahnhof ist unsereine*r dann auch eher sarkastisch belustigt. Wenn dann nur zehn Minuten später in der letzten Regionalbahn von Trier ein paar Männer „Deutschland den Deutschen“* rufen, dann macht sich doch wieder erhebliche Unruhe im Bauch breit. Das ist dann schon bedrohlich und macht wieder klar: Wir sollten nicht in Sarkasmus verfallen – wir sollten nicht aufhören uns zu beschweren.

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Am Trierer Hauptbahnhof gibt’s Mohrenwaffel*

Die political correctness ist ja zu Recht in der Kritik. Ein ganz wunderbares Beispiel ist die neue Staffel der sozialkritischen Cartoon-Serie South Park, in der ein weißer* männlicher Akademiker zum Schulleiter berufen wird und aggressiv mit allen Mitteln politische Korrektheit durchsetzen will. Letztendlich lautet die dort vermittelte Botschaft zum Thema political correctness: Der Versuch, die Sprache von Diskriminierung zu befreien, schließt bestimmte Menschen aus. PC ist Gentrifizierung der Sprache. Wer nämlich nicht über die nötigen Mitteln (Zeit, formale Bildung, Intelligenz, soziales Umfeld) verfügt, um sich politisch korrekt auszudrücken, wird von der „PC-Polizei“ bestraft. South Park schlägt damit gegen die akademische rassismuskritische Szene in den USA, die sich in Deutschland eher unter dem Begriff der critical whiteness sammeln lässt. Es sind die Priviligierten, die alle anderen mit ihrer Privilegienkritik beherrschen. Letztendlich werden so die kapitalistischen Verhältnisse, die die Ungleichheiten von Bildung, Macht und so weiter reproduzieren auf eine perfide Weise stabilisiert. In der Soziologie hat sich in den letzten Jahren für diese Diskriminierung aufgrund von Bildungsgrad (und damit verbunden finanziellen Mitteln) der Begriff Klassismus eingebürgert.

Damit sollten die Widersprüche der political correctness deutlich geworden sein. Die Kritik à la South Park sollte uns dazu bewegen, sensibler gegenüber den Voraussetzungen unserer Gesprächspartner*innen zu werden. Schließlich ist Rassismus ein Abgrenzungsmechanismus, dem sich kaum ein Mensch entziehen kann. Wir sind also alle rassistisch geprägt, weil wir soziale Wesen sind, die in einer rassistischen Welt aufwachsen. Es kommt viel mehr auf den Willen der jeweiligen Person an, diesen Rassismus (in der Welt und im eigenen Selbst) zu bekämpfen. Das scheint auch der Mainzer Unternehmer Thomas Neger nach zähen Diskussionen über sein rassistisches Firmenlogo verstanden zu haben. Er gab vor etwa einem Jahr an, sein Firmenlogo von einer Schwarzen Designerin entschärfen zu lassen. Dass dies nur ein Lippenbekenntnis war, ist offenkundig, weil sich am Logo bis heute (Mai 2016) nichts geändert hat.

Ein vergleichbarer Fall ist die Trierer Werbeagentur Buschmann, die ebenfalls einen rassistischen Bezug zu ihrem Firmennamen herstellt. Andere linke Gruppen haben sich schon darüber empört, aber genau wie beim Mainzer Fall stehen hier wirtschaftliche Interessen im Weg, es geht um Wiedererkennungswert und so weiter. Das gilt natürlich auch für die erwähnten Mohrenwaffeln* und ganz bekannt sind ja auch Negerküsse* aka Mohrenköpfe* aka Schokoküsse.

Wenn es nicht um wirtschaftliche Interessen geht, dann wird mit Tradition argumentiert: So hat Katrin Göring-Eckardt von den Grünen kürzlich wieder im Fernsehen verlauten lassen, bei Pippi Langstrumpf wäre das mit dem Negerkönig* schon in Ordnung, weil das sei ja Kulturgut oder Kunst oder so. Aber auch in der Kunst bleibt Rassismus rassistisch, sogar in Gedichten von Jan Böhmermann.

Als letztes lokales Beispiel sei hier noch die Siedlung Mohrenkopf* in Trier-Pallien erwähnt. Wie schön ist doch das Café Mohrenkopf* – es würde wirtschaftlich wohl locker eine Namensänderung überleben. Aber Siedlung und Café werden ihren Namen behalten, weil sie doch schon immer so hießen, das ist halt Tradition und stört ja auch keinen – so würden viele argumentieren.

Hier sollten wir stets widersprechen. Es stört uns sehr wohl. Für viele sind solche Bezeichnungen bedrohlich, sie machen Angst. In einer Welt in der solche Bezeichnungen sich halten, wo rassistische Bebilderung sich hält, bleibt der Rassismus stabiler Teil der vorherrschenden Denkweise. Viele werden mit reingezogen, die gar nicht rassistisch sein wollen. Auch wenn wir Verständnis haben für diejenigen, die mit hereingezogen wurden, wir sollten für den Ausweg eintreten und denen mutig entgegentreten, die sich rassistischer Symbolik und Sprache unkritisch bedienen. Auch wenn wir einsehen, dass dies Angesichts der kapitalistischen Verhältnisse nur eine Tropfen auf den heißen Stein ist.


*In diesem Artikel werden rassistische Ausdrücke aufgegriffen, um sie konkret zu kritisieren.

„Keine Stimme der Alternative für Deutschland“ – auch wir schließen uns an!

Das selbstverwaltete Multikulturelle Zentrum Trier e.V.  schließt sich dem Aufruf „Keine Stimme der Alternative für Deutschland“ an!

Der Aufruf

Der Aufruf

im Vorfeld der Landtagswahl in RLP, diesen Sonntag, hat ein Zusammenschluss aus Gewerkschaften, NGO’s und karitativen Verbänden den Aufruf gestartet um gegen das wahrscheinlich hohe Wahlergebnis der AfD zu protestieren!

Besonders im Moment, während Geflüchtetenunterkünfte und Refugees täglich angegriffen werden, Asylgesetze aufgrund des Drucks von Rechts verschärft werden, ist es umso wichtiger dagegen zu halten!

Das die AfD nicht etwa zu denen gehört, die schlichtend und vermittelnd eine konstruktive Politik suchen ist spätestens seit den menschenverachtenden Äußerungen von Beatrix von Storch weitestgehend bekannt. Sehr gut erkennbar wird es, wenn wir uns die AfD-interne Umfrage zum Bundesprogramm durchlesen. Darin gibt es große Zustimmung für einen de facto Austritt aus der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) bzw. anderen internationalen Verträgen auf welchen das Asylrecht fußt! In den Worten der AfD klingt dies dann so:

„Zu den notwendigen Neuerungen gehört – unter anderem – die Abkehr vom weltweit einmaligen, individuell einklagbaren Asylgrundrecht hin zur sog. „institutionellen Garantie“ einer einfachen Asylgesetzgebung, die Absenkung der Schutzstandards aller supra- und internationaler Übereinkommen, der Aufbau von aussereuropäischen Asylzentren und den Ausschluss der Antragsmöglichkeit in Europa, die vollständige Abschottung der EU-Aussengrenzen. Bis dahin sind die deutschen Grenzen für Asylantragsteller, die über sichere Drittstaaten einreisen, zu schließen.“ *

*(Wir werden die Umfrage nicht verlinken, jedoch sind die Ergebnisse öffentlich über die AfD einsehbar, Stand 11.03.2016)

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Die ohnehin schlecht durchgeführten Einzelfallprüfungen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sollen nach dem willen der AfD abgeschafft werden. Dies bedeutet, dass Menschen systematisch

ein

Menschenrecht entzogen wird! Ebenfalls unklar bleibt, worum es sich bei der „institutionellen Garantie“ der AfD handelt? Etwa die Garantie, doch nicht gleich an der Grenze erschossen zu werden, sondern vorher per Charterflug in die Türkei zurück geschickt zu werden?

Der von Uns zitierte Ausschnitt ist nur eine kurze Passage des braunen bzw. „konservativen“ Grauens, welcher in der Umfrage festgehalten ist. Jedoch könnten aus der Quelle zahlreiche weitere Beispiele gezogen werden!

Deswegen entlarvt die AfD als das was Sie ist – Brandstifter in Nadelstreifen! Keine Stimme der AfD!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Audiomitschnitt: „Der Jungle von Calais – Bericht einer Freiwilligengruppe

Im Jungle von Calais

Im Jungle von Calais

Als Interessant und gut besucht (ca. 50 Gäste) empfanden wir unsere Veranstaltung „Der Jungle von Calais – Bericht einer Freiwilligengruppe“. Besonders schön fanden wir, dass dabei nicht nur unsere Referent*innen sondern auch Gäste aus dem Publikum, welche vor kurzen noch in Dunkquerque aktiv waren, uns auf den neuesten Stand gebracht haben. Dafür nochmal einen großen Dank!

Für alle die nicht kommen konnten, sich aber das ganze dennoch gerne anhören möchte, können einfach auf unseren Youtubekanal vorbeischauen und die Aufnahme genießen!

Hier gehts zum Audiomitschnitt

Wenn wir aber längerfristig etwas ändern wollen, zumindest hier, müssen wir unsere Ablehnung über die aktuellen Gesetzesverschärfungen und dem ständigen Rassismus auf die Straße tragen! Kommt deshalb am Samstag mit auf unsere Demo!

Grenzenlose Solidarität jetzt!

Pressemitteilung des s. Multikulturellen Zentrum Trier e.V.

Wir zeigen uns erfreut über die Entscheidung der Stadtratssitzung, am 06.10.2015, bezüglich der Zustimmung zur Teilnahme an einem Pilotprojekt, welches Asylbegehrende in Zukunft mit einer Krankenversicherungskarte versieht. Dennoch ist damit aufgrund des Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) eine umfassende und aus unserer Sicht menschenwürdige Gesundheitsversorgung weiterhin nicht gegeben!

Die Zugangsberechtigung für die Gesundheitskarte bedeutet eine große Verbesserung für Asylbegehrende in puncto Gesundheitsversorgung. Durch die Karte ist die Beurteilung, ob es sich um ein medizinisches Problem handelt, welches durch das AsylbLG gedeckt ist, endlich in Händen von medizinischem Fachpersonal! Dies bedeutet eine erhebliche Reduzierung von Risiken für Asylbegehrende, da Notfälle nun wirksam erkannt und behandelt werden können, anstatt dass un- oder kaum geschultes Personal der Behörden und Einrichtungen dies übernehmen. Des weiteren bedeutet dies auch eine bessere Behandlung, da überflüssige Behördengänge erspart bleiben und somit kostbare Zeit bei akuten Erkrankungen eingespart wird. Hinzu kommt eine Reduzierung der Stigmatisierung, da das Vorzeigen des „blauen Scheins“ hinfällig wird und somit Asylbegehrende als solche nicht gleich zu erkennen sind.

Dass dieses System von anderen Bundesländern bereits erfolgreich umgesetzt wurde, namentlich Bremen und Hamburg, stimmt uns zuversichtlich, dass eine schnelle Realisierung möglich ist. Zu dieser fordern wir die Stadt Trier nun auf.

Dennoch ist dies nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung! Die Gesundheitskarte bedeutet nicht die Ausweitung der Leistungen, welche Asylbegehrenden zustehen! Weiterhin gilt das AsylbLG, welches nur eine Notfallversorgung in akuten Krankheits- und Schmerzensfällen vorsieht. Dies bringt menschliches Leben in Gefahr. Dieser Umstand ist nicht menschenwürdig und schlichtweg ein Ausdruck eines gutbürgerlichen Chauvinismus, weswegen wir das etablierte Gesetz zutiefst ablehnen und die Abschaffung fordern!
Darüber hinaus ist dieses Projekt lokal auf die Stadt Trier beschränkt, eine Ausweitung auf Landes- geschweige denn Bundesebene, ist bis jetzt nicht der Fall. Eine unterschiedlich schlechte Behandlung von Asylbegehrenden verursacht bei der Personengruppe selbst und uns ein tiefes Unrechtsempfinden. Deswegen fordern wir die Ausweitung der Zugangsberechtigung zur öffentlichen Krankenversicherungskarte für alle Asylbegehrenden im Bundesgebiet!

Weiterhin werden wir uns gegen das AsylbLG und für eine umfassende Gesundheitsversorgung einsetzen! Wir fordern Sie auf, an unserem Protest teilzunehmen, damit wir einen bessere gesundheitliche Versorgung aller erreichen können!

In diesem Sinne: Solidarité avec les sans papiers

Selbstverwaltetes Multikulturelles Zentrum Trier e.V.

Herzlichen Dank für Eure Spenden an das Multikulturelle Zentrum Trier e.V. !

Wir organsieren im Multikulturellen Zentrum kostenlose Deutschkurse für alle- die Teilnehmer*innen sind überwiegend Menschen, die hierher geflohen sind.

Die meisten von ihnen leben noch in der Erstaufnahmeeinrichtungen in der Dasbach- oder der Luxemburgerstraße, kommen für mehrere Wochen zu uns in die Deutschkurse und werden dann auf die einzelnen Kommunen in Rheinland-Pfalz verteilt.

Einige hatten auch schon Transfer, leben in Trier, Igel oder Konz und kommen von dort mit dem Fahrrad zu uns in die Deutschkurse.

Solange ihr Asylverfahren läuft – und im Moment dauert es Monate, bevor man auch nur offiziell den Asylantrag stellen kann – haben sie keinen Anspruch auf einen Integrationskurs. Daher sind ehrenamtliche Deutschkurse, wie im Multikulturellen Zentrum, die einzige Möglichkeit von Anfang an Deutsch zu lernen.

Zu unseren Kursen kommen zur Zeit jeden Abend etwa 50 Menschen.

Zudem haben wir einigen, vor allem Jugendlichen Einzelnachhilfen vermittelt – überwiegend für Deutsch, teilweise aber auch Englisch, Mathe oder Physik.

Eure Spenden verwenden wir daher für Unterrichtsmaterialien, Wörterbücher, Stifte, Lehrbücher, moderne Medien, etc.

Wir freuen uns über Eure Motivation sich einzubringen und Dinge zu verändern !

Herzlichen Dank !